Donnerstag, 28. Oktober 2021
Notruf: 112

Defibrillator

Defibrillatorkonzept  (AED) „Stadt Hammelburg & Ortsteile“ – PRÜFEN –DRÜCKEN – LEBEN RETTEN

Der Defibrillator ist ein wichtiger Bestandteil der Wiederbelebung und hat bereits zahllose Leben gerettet. Mittlerweile sind über 16 Geräte in Hammelburg und den Ortsteilen in Betrieb.

Wo finde ich einen Defibrillator / AED? Defi

Aktuell in fast jedem Ortsteil und in der Stadt Hammelburg.  Feuerwehrhäuser sind neben Verwaltungen und Firmen zentrale Punkte und in jedem Dorf vorhanden. In der nächsten Stadtblattausgabe befindet sich eine tabellarische Übersicht. Ebenso unter www.definetz.online oder der App „Handykataster“ können deutschlandweit Defi-Standorte ausfindig gemacht werden. Zu 90 % befinden sich im Stadtgebiet die gleichen Geräte vom „TYP CR 2“

Wofür steht eigentlich AED?

AED steht für „Automatisierter Externer Defibrillator“.

Mit der Bezeichnung AED sind Geräte gemeint, die von medizinischen Laien verwendet werden können, um einen elektrischen Impuls an eine Person mit Herzkreislaufstillstand zu übertragen.

Wann ist ein AED-Einsatz angebracht?

Grundsätzlich bei jedem Bewusstlosen, welcher nicht mehr atmet. Es muss jedoch betont werden, dass der AED keinesfalls den HLW-Prozess (Herz-Lungen-Wiederbelebung) ersetzen kann. Wenn jemand plötzlich zusammenbricht, ohne Atmung und bewusstlos ist, kennt keiner der zufällig Anwesenden die Ursache. Aber ein Defibrillator hilft bei der Diagnose!

Wann löst der Defibrillator einen Schock aus?

Der AED analysiert den Herzrhythmus über die aufgeklebten Elektroden. Erkennt das Gerät Kammerflimmern, wird ein Schock freigegeben. Liegt ein normaler Herzrhythmus oder ein völliger Herzstillstand ohne elektrische Herzaktivität vor, wird kein Schock ausgelöst. Wenn kein Schock empfohlen ist, kann auch keiner abgegeben werden. Somit muss man wie aufgefordert mit der Herzdruckmassage beginnen. Man kann also nicht unabsichtlich einen Stromstoß abgeben.  

Schock

Wie wird der Strom abgegeben. ?

Über die mitgelieferten Klebeelektroden. Diese sollen komplett auf den trockenen und ggf. enthaarten Brustkorb geklebt werden. (ein kleines Handtuch zum abtrocken bei ggf. schweißiger Hautoberfläche und Einwegrasierer befinden sich in der Tasche auf der Rückseite des Gerätes). Es muss nicht wie in diversen Filmen mit „bügeleisenähnlichen Gegenständen“ auf den Patienten gedrückt werden.

Gibt es Situationen, in denen ich den Defibrillator nicht verwenden darf?

Die Geräte sind sehr sicher in der Anwendung. Es ist jedoch wichtig, dass während der Schockabgabe niemand die betroffene Person berührt, um nicht selbst in den Stromkreis zu geraten. Der Defibrillator sollte nicht auf leitendem Untergrund wie zum Beispiel einer Metalplatte oder einer Wasserpfütze verwendet werden.

Kann ich etwas falsch machen?

Im Grunde genommen nicht. Das Gerät übernimmt fast alles. Lediglich einschalten, den Sprachanweisungen folgen und vor allem den Notruf absetzen. Den größten Fehler jedoch kann man machen – indem man nichts macht!

 

Sendet das Gerät automatisch bei Benutzung einen Notruf ab?

Nein. Der Notruf muss nach wie vor abgesetzt werden. Da in den meisten Fällen, der Einsatzort sich nicht neben dem Defibrillator befindet, muss dieser erst geholt werden. Währenddessen beginnt man am eigentlichen Ort normalerweise schon mit dem Absetzten eines Notrufes und der Ersten Hilfe mit der Herzdruckmassage.

Darf ich einen Defibrillator auch bei einem Kind verwenden?

Eine Defibrillation von Kindern ab 1 Jahr ist möglich. Dafür muss am Gerät auf den Kindermodus umgestellt werden. Die Klebeelektroden sind für Kinder als auch für Erwachsene geeignet. Die Elektroden werden, wie  auf den Elektroden verwechslungsunsicher gekennzeichnet, aufgeklebt.

Was ist eigentlich Kammerflimmern?

Kammerflimmern ist eine akut lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der die Herzkammern viel zu schnell schlagen, über 300-mal in der Minute und dadurch die Pumpfunktion des Herzens zum Erliegen kommt.

Wie viel Zeit habe ich zu reagieren, wenn jemand kurz vor dem plötzlichen Herztod steht?

Je schneller desto besser. Als Faustregel gilt, dass je verlorener Minute die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 10 % sinkt. Deshalb ist es wichtig, sofort mit der Wiederbelebung anzufangen und einen Defibrillator zu verwenden, sobald er verfügbar ist.

UELChanceDiagramm

Pro Jahr sterben über 120.000 Personen am plötzlichen Herztod. In Bayern wird alle 30 Minuten ein Mensch reanimiert. Der Herztod ist nach wie vor die häufigste Todesursache! Studien haben belegt, dass nur eine möglichst sofortige Defibrillation in Verbindung mit der HLW (Herz-Lungen-Wiederbelebung) das einzige Mittel ist, um das Überleben des Betroffenen zu ermöglichen. Durch den ausgelösten Schock (elektrischer Impuls) wird das Chaos des flimmernden Herzmuskels beendet. Nach dem sogenannten Neustart kann das Herz seinen gewohnten Rhythmus wieder aufnehmen

Ist ein Training / Einweisung notwendig?

Nein, es ist kein spezielles Training notwendig. Die Handhabung des Defibrillators ist sehr einfach gestaltet und das Gerät wird über Sprachausgabe jeden Schritt erklären. Quasi ein beruhigender Begleiter, welcher Schritt für Schritt alles erklärt, lobt, anregt, oder bei Fehlern und Unsicherheiten auch hilft, wieder in die richtige Spur zu kommen. Dennoch bieten die Feuerwehren div. Informationsveranstaltungen an, da die Erste Hilfe Kurse von Ihnen ja sicherlich schon ein paar Jahre her sind. Einfach vorbeikommen und mitmachen bzw. an den jeweiligen Kontakt vor Ort wenden. Diese Kontaktdaten befinden sich an jedem AED-Schrank.  

Was heißt HLW und in welchem Verhältnis ist dies anzuwenden?

HLW steht für Herzlungenwiederbelebung. Das Verhältnis zwischen Herzdruckmassage und Beatmung ist 30:2, wobei mit den 30 Herzdruckmassagen begonnen und danach zweimal beatmet wird. Dabei drückt man, wie sprachlich angeleitet mit dem Handballen der Hand auf Höhe der der Brustkorbmitte den Brustkorb ca. 5-6 cm tief ein und entlastet diesen wieder gleichmäßig. Ein Metronom, welcher vom Gerät ausgespielt wird, hilft bei der richtigen Frequenz. Auch Lieder wie „Pippi Langstrumpf“ oder „staying alive“  geben die ungefähre Taktzahl von 100-120 Schlägen pro Minute an.  Die Beatmung erfolgt entweder durch den Mund, dabei hält man die Nase zu – oder durch die Nase, dabei hält man den Mund zu.

Sonstige Fragen und Antworten:

Muss ich noch den Puls fühlen? – Nein, dies entfällt komplett. Es wird lediglich kontrolliert, ob der Bewusstlose noch atmet. Ist noch Atmung vorhanden, wird der Bewusstlose in die stabile Seitenlage verbracht. Ist keine Atmung mehr vorhanden, muss umgehend mit der Herzdruckmassage begonnen werden.

Kontaktdaten bei Fragen:  verantwortlicher Programmkoordinator Dennis Frey, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Quellenangaben: Dennis Frey, Kreisfeuerwehrverband Bad Kissingen, herzbewegt.org, definetz.online, 116117.de, ZTM Bad Kissingen

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