Mittwoch, 26. Februar 2020
Notruf: 112

Atemschutzgeräte

Atemschutzgeräte werden von Feuerwehrleuten vor allem bei Brandeinsätzen getragen. Die Verwendung dieser Geräte in Verbindung mit der entsprechenden Maske verhindert das reizende oder giftige Stoffe in die Augen oder Atemwege des jeweiligen Feuerwehrmanns gelangen. Im Atemschutzeinsatz geht der Trupp, bestehend aus zwei Personen, immer zu zweit vor.

PA Trupp weißBestandteile:

  • Atemschutzmaske
  • Atemschutzgerät
    • Flasche:
      300 bar Luft (kein purer Sauerstoff wie oft vermutet)
    • Manometer:
      Anzeige, wie viel Luft noch in der Flasche vorhanden ist. Ab 50 bar gibt er ein Warnsignal ab.
    • Totmannwarner:
      elektrisches Gerät, welches mit Registrierung bei der Atemschutzüberwachung aktiviert wird. Es schlägt an, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit keine Bewegung stattgefunden hat. Der lautstarke Alarm vereinfacht das Auffinden des verunfallten Atemschutzgeräteträgers, bzw. zeigt den Einsatzkräften auf, dass vermutlich ein Atemschutznotfall soeben stattfindet.

Neben dem Atemschutzgerät hat der Trupp noch eine Vielzahl an weiterer Ausrüstung im Einsatz mit dabei:

  • Handlampe
  • Funk
  • Leinenbeutel
  • Schlauchtragekorb
  • Schlauchpaket mit Strahlrohr
  • Brechwerkzeug
  • ggf. Rauchvorhang

Voraussetzung zum Tragen von Atemschutzgeräten:

Nicht jeder Feuerwehrdienstleistende darf die Tätigkeit als Atemschutzgeräteträger wahrnehmen. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • gültige G 26.3 Untersuchung:
    Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung; Prüfung, ob die Person für den Einsatz als Atemschutzgeräteträger körperlich geeignet ist. Diese Untersuchung muss alle drei Jahre, bei über 50-Jährigen jährlich, erneuert werden. Diese Untersuchung ist auch Voraussetzung, um an der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger teilnehmen zu können.
  • Einmalige Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger:
    Diese findet meist im Atemschutzzentrum in Oberthulba statt, Dauer: ca. 25 Stunden. Die Ausbildung ist die Grundlage für weitere Einsätze und Übungen unter Atemschutz.
  • jährliche theoretische Unterweisung:
    Jeder Atemschutzgeräteträger muss sich einmal pro Jahr einer Unterweisung zum Thema Atemschutz unterziehen
  • Durchführung der jährlichen Belastungsübung:
    Jeder Atemschutzgeräteträger muss einmal jährlich eine Belastungsübung in einer Atemschutz-Übungsanlage (oder ähnlich) durchlaufen
  • Durchführung der jährlichen Einsatzübung:
    Jeder Atemschutzgeräteträger muss einmal jährlich an einer Einsatzübung unter Atemschutz teilnehmen (z.B. bei einer Sammelübung). Diese Pflicht kann entfallen, wenn der Atemschutzgeräteträger in diesem Jahr bereits einen realen Einsatz unter Atemschutz absolviert hat.

Ist eine dieser Bedingungen nicht erfüllt, verliert ein Atemschutzgeräteträger grundsätzlich seine Einsatzfähigkeit. Diese kann allerdings durch z.B. Auffrischen eines Modules wiederhergestellt werden.

Atemschutzüberwachung:

Bei jedem Einsatz unter Atemschutz gibt es die sogenannte Atemschutzüberwachung. Sie ist in diesem Artikel ausführlich beschrieben.

Sicherungstrupps:

Bei einem Atemschutzeinsatz wird grundsätzlich pro Angriffsweg mindestens ein Sicherungstrupp bereitgestellt, welcher voll ausgerüstet meist am Verteiler bereitsteht. Kommt es zu einem sogenannten Atemschutznotfall, also ist ein Atemschutzgeräteträger verunfallt, kommt der Sicherungstrupp zum Einsatz und rettet den eigenen Trupp.

Gründe für Atemschutznotfälle können sein:

  • Verletzung oder Bewusstlosigkeit des Atemschutzgeräteträgers
  • Abgeschnittener Rückweg des Atemschutztrupps
  • mangelnder Luftvorrat im Atemschutzgerät
  • unwahrscheinlicher Defekt am Atemschutzgerät oder Maske

Glücklicherweise kommen Atemschutznotfälle sehr selten vor. Allerdings bedeutet dies nicht, dass deshalb komplett auf den Sicherungstrupp verzichtet werden kann, da immer von einer Gefahr auszugehen ist. Bei Brandeinsätzen außerhalb von geschlossenen Räumen wie z.B. PKW Brand ist es möglich, auf den Sicherungstrupp zu verzichten, sofern sich der rettende Trupp nicht übermäßig gefährden würde.

 

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